franz xaver ölzant


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skulpturengruppe nahe waidhofen a.d. thaya



Ölzants Werk steht im Spannungsfeld zweier extremer Möglichkeiten der künstlerischen Produktion, genauer gesagt, sind seine skulpturalen Schöpfungen durchaus an den Polen dieser Möglichkeiten angesiedelt und verbinden beide dadurch auf merkwürdig ambivalente Weise: Einerseits zeichnet sich ein großer Teil des Ölzantschen Werkes durch höchste Artifizialität aus; nichts mehr erscheint direkt dem Vorbild der Natur verbunden; wohl gibt es einen Klang, der an die Herkunft dieser Objekte von Naturformen erinnert – sie haben noch Anteil an einer bestimmten Vegitabilität – aber sie sind insgesamt umgeformt, bis ins Detail transformiert und behaupten sich ganz aus ihrer künstlerischen Identität. Der andere Pol der Kunst, den Ölzant besetzt, sind Skulpturen, die nahe an der Natur ihres Material bleiben, Dioritfindlinge, die Ölzant gerade in letzter zeit nur noch äußerst behutsam überformt, bisweilen fast unsichtbar, etwa eine Gruppe von Steinen, die auf den ersten Blick wie große, in der Natur gefundene Kiesel aussieht. Ölzant hat der "Basilika" den Namen wohl nur aufgrund einer Assoziation über Fünfschiffigkeit gegeben; im übrigen sind die fünf "Schiffe" gekrümmt – was in Anverwandlung auf die Landschaft zu sehen ist. Es handelt sich also keineswegs um eine pseudoarchäologische Anlage oder eine verkleinerte Ausgabe bestimmter keltischer Monumente oder was immer auch. Die "Basilika" ist vielmehr ganz und gar zeitgenössisch, sie hat ihre Wurzeln in der amerikanischen Land Art und bedeutet einen direkten künstlerischen Eingriff in die Natur, sie verändert die Natur in demselben Sinn, wie sie diese erst zur Geltung bringt; die gibt dem Zufälligen der (kultivierten) Natur Gestalt, sie interpretiert die Naturformen und akzentuiert die landschaftlichen Gegebenheiten – sie macht letztlich (kultivierte) Natur zu Kunst und gibt in diesem Sinn – wieder einmal – eine sinnvolle Antwort auf das Verhältnis beider Kategorien. (Otmar Rychlik)
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