werner reiterer


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lichtobjekt bei der haydn-halle in gerhaus



Die Domestizierung des Lichtes stellt einen der entscheidenden Entwicklungsschritte in der Menschheitsgeschichte dar. Mit der Möglichkeit, den realen Tag in die Nacht hinein zu verlängern, taten sich enorme ökonomische, kulturelle wie auch soziale Potentiale für das Individuum Mensch auf, welche hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würden. Für meine Intervention ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, daß Licht geschichtlich gesehen auch immer ein Gut der Mächtigen war. Lichtspender und dergleichen mit besonderem Augenmerk gestaltet, spiegelten sie doch auch immer die Macht des Schloßherren wieder. Spätestens mit der Industrialisierung wurde Licht zu einem allgemein erhältlichen Gut. Diese Entwicklung ermöglichte jedem auch die vermehrte Ausübung von kulturellen Aktivitäten. Durch das Herauslösen des Lusters aus seinem geschichtlich-architektonischen Kontext und die Neupositionierung auf dem Vorplatz der Kulturhalle Gerhaus schlägt dieser deplazierte Beleuchtungskörper eine gedankliche Brücke zwischen historischen Gegebenheiten der Kulturausübung durch eine privilegierte Oberschicht und den gegenwärtigen, für alle Bürger eingeräumten Möglichkeiten. Als Beleuchtungskörper unter Beleuchtungskörpern im öffentlichen Raum fällt er mit seiner überbordenden Gestaltung aus einem nach funktionalistischen Kriterien möblierten Stadtbild und markiert durch das Licht, welches nur eingeschaltet werden sollte, wenn im Haus eine Veranstaltung stattfindet, zusätzlich die Aktivitäten.
(Werner Reiterer)
http://www.loevenbruck.com/art...

Architekt: Günter Ott
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