media > public art, Filmdokumentation von Rudi Palla (Ausschnitt)
 
 

max pauly


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steg über die ausgrabungsstätte in mitterretzbach



Der Steg interpretiert die Topographie des Ortes, eines flachen Hügelzugs, der sanft nach Osten abfällt. Indem der Steg der Hangneigung leicht entgegen geneigt ist, erlaubt er ohne Anstrengung den Gang zur vordersten Kante, die sich bugartig anhebt, ohne überheblich zu sein. Die elliptische Grundrißform ist in der Schrägsicht kaum wahrnehmbar, man interpretiert meinst eine Kreisform; aber die Ellipse hat eine Richtung, und sie ist zentriert nicht so herrisch wie der Kreis. Vielmehr umreißt sie ein Feld; jenes Feld, in dem sich die sichtbaren Spuren der Vergangenheit befinden, deren Wahrnehmung der Steg auf diese Weise unterstützt. Im Gegensatz zu den meisten Brücken und Stegen ist der Steg von Max Pauly hier nicht so sehr ein Ingenieurwerk, auch wenn seine Statik korrekt konstruiert und mit genügend Sicherheit berechnet wurde. Es ist vielmehr ein Werk der Architektur, an der das Gemachtsein nicht vordergründig ablesbar ist. Darum ist die die Unterseite gleich wie die Oberseite mit Lärchenholzbrettern verschalt, damit der Plattencharakter bzw. die geneigte Ebene deutlich zum Ausdruck kommt. Ein Einblick in die Träger der Primär- und Sekundärkonstruktion hätte diesen Eindruck zerstört. Entsprechend stecken die Rundstützen nicht senkrecht im Boden, sondern rechtwinkelig zur Ebene des Stegs. Damit wird angedeutet, daß sie zum Steg gehören. Dieser wird zum luftig und leicht abgestellten Objekt, das Autonomie gewinnt gegenüber den eingebundenen Fundamenten der Kirche.
(Walter Zschokke)
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