mona hahn


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gestaltung des platzes in loosdorf



Loosdorf bekommt einen Platz. Das ist die Arbeit von Mona Hahn. Nicht mehr und auch nicht weniger. Ein Architekt hätte es vielleicht genauso gemacht: den Ort analysiert, dabei festgestellt, dass im Straßendorf Loosdorf von einem "öffentlichen Raum" kaum die Rede sein kann, und dann vorgeschlagen, die wenigen Ansatzpunkte eines außerhäuslichen Lebens an einer Stelle zusammenzufassen. Briefkasten, Telefonzelle und der Parkplatz des Lebensmittelbusses ("Ihr Nahversorger") lagen bereits relativ dicht beieinander. Ihnen werden nun die von Mona Hahn eingesammelten Anschlagtafeln für amtliche und vereinsbezogene Mitteilungen zur Seite gestellt. Ergänzt wird das Ensemble mit einer Vogeltränke und Vorrichtungen für die Pflege des Brauchtums: Die am 1. Mai traditionell in die Vorgärten gesteckten Schilder ("Hoch lebe unser Bürgermeister") finden einen festen Ort.
Die Form, die diese Elemente zusammenhält, ist eine Art "städtische Couch", ein lang gestrecktes Sitzmöbel aus Beton mit einer Oberfläche aus Gummigranulat, das üblicherweise als Sportplatzbelag dient. An einer Seite entwickelt sich aus der Sitzfläche ein frei schwebender Arm, der die Parkposition des Lebensmittelbusses umfasst und als Ablagefläche für Einkäufe dient.
In Loosdorf ist bereits eine Menge Kunst im öffentlichen Raum vorhanden. Die Arbeit von Mona Hahn wird, wenn die Loosdorfer sie annehmen, vielleicht gar nicht als Kunst in Erinnerung bleiben, sondern einfach zu einem Teil des Dorfes werden. Mona Hahns Strategie ist der Dienst am Kunden – ohne Verfremdung, Provokation und doppelten Boden, ohne das ganze Stolperstein- und Aufklärungsarsenal. Es wäre doch eine schöne Anerkennung, wenn eines Tages ein anderer Bürgermeister auf die Idee käme, für den Platz in Loosdorf ein Kunstwerk in Auftrag zu geben.
(Oliver Elser)
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