evelyne egerer


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lichtskulptur vor der bezirkshauptmannschaft baden



Baden ist eine Stadt, die ihren Namen aus der Heilkraft des Wassers abgeleitet hat. Was wäre angemessener, als hier eine Landmarke zu setzen, die sich auf eben dieses Element bezieht. Eine Fontäne - überraschend tritt sie aus den Boden, steigt steil auf und bricht sich in der Höhe von 14 Metern, um von der Schwerkraft gebeugt, in zwei Bögen Richtung Erde zurückzukehren.
Die Fontäne ist ein riesiges, zweiblättriges Ding. Sie hat eine Tag- und eine Nachtseite. Bei Nacht wird sie zur Lichtskulptur, löst sich auf zu einem in den Farben des Wassers strahlenden Körper. 60 Leuchtstoffröhren in Blau und Grün weisen dem Auge den treppenartigen Weg nach oben, schimmern und leuchten von jeder Seite anders. Der dunklere, höher aufgerichtete Teil stützt die sich im Licht badende Vorderseite wie ein Rückgrat. Man muß sich um die Fontäne herumbewegen, sich ihr nähern und sich von ihr entfernen, um dieses sich permanent verändernde Spiel von Licht und Form zu erfahren. Je dunkler der Raum, desto transparenter strahlt die Skulptur.
Evelyne Egerer arbeitet mit dem Raum, dem Raum in seiner städtebaulichen, seiner architektonischen, seiner materiellen Ausdehnung, vor allem aber mit dem Raum in seiner imaginären Aufladung.
Die Krümmung der Fontäne wiederholt, was im Grundriß der neu errichteten Bezirkshauptmannschaft angelegt ist, das Material Beton ist ein direktes Zitat auf die Substanz ihrer Mauern. Doch Egerer setzt nicht einfach fort und zitiert - sie setzt aus und legt offen. Deshalb befindet sich die Fontäne wie ein allen Blicken und natürlichen Bedingungen ausgelieferter, völlig autonom funktionierender, eigenwilliger Markstein am äußersten Rand des Baugrundstückes. Und darum zeigt die Innenseite des höher gereckten Skulptur-Armes, im Unterschied zum Gebäude, die Struktur seines eigenen Herstellungsprozesses. Die Abdrücke der präzise formierten, sägegerauhen Bretter der Holzverschalung für den Betonguß geraten bei dieser Offenlegung zur ästhetischen Antwort auf die Lichtertreppe am anderen Arm der Skulptur.
(Eva S.-Sturm)

Architekten: Herbert Ortner, Helmut Zellhofer
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