walter berger


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installation in der st. pöltener altstadt



Zart und unaufdringlich, auffällig nur einem sensiblen, scharfen Auge, überspannt ein vertrautes und dennoch irritierendes Ding den Raum zwischen zwei barocken Häusern in der St. Pöltener Altstadt. Ist es etwa ein aus unserer Erinnerung auftauchendes Motiv, wie wir es aus Filmen, die mit unseren Ängsten spielen, kennen? Über uns schwebt ein Netz, so als habe sich ein großes Spinnentier hierher verirrt, doch das auf Beute lauernde Ungeheuer fehlt.
Eine Irritation, die zum Denken zwingt: Das fast schwerelose Objekt erweist sich als eine von komplexen Motiven getragene Schöpfung der Kunst. Natur wird imitiert und zugleich monumentalisiert. Dezent und doppelbödig wurde eine optische Falle installiert, die zwischen den Mauern der Stadt nicht nur Erinnerungen an kindliche Erlebnisse hervorruft, als in leisen, unheimlichen Wäldern Gesicht und Haare von klebrigen Spinnenfäden umfangen wurden.
Walter Bergers künstliches, doch exakt dem Bauplan einer Kreuzspinne folgendes Netz aus platiniertem Stahldraht verweist auf eine Naturbezogenheit, in der sich nicht nur romantisches Empfinden, sondern auch kosmische Ordnungsprinzipien widerspiegeln. In ironisierender Weise, mit den Vorbehalten eines kritisch Denkenden, erinnert Berger überdies an den allgegenwärtig gewordenen Begriff der unaufhaltsam fortschreitenden "Vernetzung" unseres Planeten. Mit seiner Hommage auf ein Wunderwerk der Natur transportiert der Künstler auch existentielle und soziale Inhalte.
(Wolfgang Hilger)
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