gerda lampalzer


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medieninstallation in der donau-universität krems



Das Projekt TRANSLATION basiert auf der Vorstellung, dass in jeder Sprache eine andere Sprache verborgen ist. Dies ist eine zugleich poetische, sprachwissenschaftliche, musikalische und medientheoretische Vorstellung, aber auch das Ergebnis eigener Erfahrung: Wer kennt nicht das Phänomen, dass man plötzlich in einer Fremdsprache deutsche Fetzen zu verstehen meint oder etwas hört, was überhaupt nicht gesagt wurde?
Im Projekt TRANSLATION wurden vier Personen in ihren Muttersprachen (Russisch, Japanisch, Spanisch, Englisch) auf Video aufgenommen, die Passagen in kleinste Einheiten zerlegt und zu einem deutschen Text umgeschnitten. Das synchrone Videobild erfuhr ebenfalls eine (sprach)rhythmische Verfremdung. Die neuen Texte sind keine herkömmlichen Übersetzungen, sondern ein Destillat aus dem mehrsprachigen Silben- und Lautangebot, das zu Texten mit komplett neuer Bedeutung montiert wurde.
Diese völlig künstlichen Reden der ProtagonistInnen wurden zu einer vierkanaligen Medieninstallation choreografiert, in der sie auf vier Screens teils einzeln, teils miteinander, teils im Chor sprechen und so ein Stück in Deutsch mit vier Akzenten kreieren. Der Rhythmus folgt dabei eher musikalischen als semantischen Gesetzen, wodurch sich eine surreale Poesie ergibt, in der auch das utopische Moment des Verfahrens liegt: das Spiel mit einer universalen Sprache, mit der Relativität bedeutungsvollen Sprechens.
Mit Sergey Panteleev, Rie Takahashi, Jorge Daniel Valencia, Kim Hogben.
(Gerda Lampalzer)

Das Projekt TRANSLATION wurde 2018 abgebaut und in die Landessammlungen Niederösterreich aufgenommen.
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