media > Kunst im Park (Ausschnitt)
 
 

werner feiersinger


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skulptur im schlosspark in grafenegg



Werner Feiersinger ist ein Bildhauer, der die Formensprache der Minimal Art mit enormen Wissen über Design- und Architekturgeschichte verbindet - unerlässliche Zutaten für seine devianten Objekte. Was einem klassischen Kanon unterworfen zu sein scheint, irritiert bei näherer Betrachtung, was feste Werte suggeriert, entgleist ins Paradoxe.
Das Werk im Grafenegger Schlosspark ist raffiniert konstruiert und vielfältig kontextualisiert: In einer eleganten S-Kurve schwingt das Objekt durch ein lockeres Ensemble von Sequoias. Man könnte an einen Zaun erinnert sein oder an ein Geländer. 30 schräg im Boden versenkte Vertikalen werden durch zwei parallel laufende Horizontalen aus weiß lackiertem Edelstahl verbunden. Feiersinger verdichtet die geschwungenen Spazierwege und ihr Verhältnis zu den schräg stehenden kegelförmigen Baumgruppen zu einer abstrakten Konstruktion. Sie ist leicht und durchsichtig, deutet ein Innen und ein Außen an, bleibt fragmentarisch und offen. Als historische Referenz ist ein Ausstellungsdisplay von Lilly Reich zu nennen, das sie 1927 mit ihrem Partner Ludwig Mies van der Rohe in Paris ausgeführt hat. Dieses Präsentationssystem der internationalen Moderne hat Feiersinger beschäftigt und fasziniert. Im Raumgefüge des Schlossparks lässt er eine Bühnensituation entstehen: Ein künstlich-gärtnerisch angelegtes Naturensemble trifft auf ein Kunstwerk, wie es natürlicher, beiläufiger nicht sein könnte, auf ein Objekt, das über die Ortsspezifität hinaus auch ein partizipatorisches Element beinhaltet und vielfältige Möglichkeiten der Anteilnahme bietet.
(Brigitte Huck)
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