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christian hutzinger


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künstlerische gestaltung des lagerhaus-silos in zellerndorf



Lagerhäuser sind die heimlichen Wolkenkratzer der österreichischen Provinz. Keine andere Bautypologie prägt das österreichische Flachland wie die vielen wuchtigen Getreidespeicher in den Gemeinden Niederösterreichs. Noch bevor die Dörfer sichtbar werden, ragen von Weitem schon die betonierten Kolosse in den Himmel. Der Wiener Künstler Christian Hutzinger bedient sich eines solchen Silos – und verwendet ihn als Wegweiser und Orientierungspunkt des zweiten Blicks. Riesige Kreise mit einem Durchmesser von jeweils drei Metern umschnüren den Silo an seinem oberen Ende. Die Flächen sind farbig ausgemalt und mit ungeordneten weißen Lettern versehen. Scheinbar ohne Zusammenhang ergeben sich an den Schmalseiten die Buchstabenkombinationen STS und TNO, während an den beiden Breitseiten RDWE und ÜDOS in großer Höhe prangen. Was wird hier gespielt?
Man muss um die Mauerkante blicken: In schlängelnden Bewegungen folgt der Autofahrer den Kurven der Straßen und nähert sich dem Silo von unterschiedlichen Seiten. Die vier Farben geben schließlich den entscheidenden Hinweis: Die Namen der Himmelsrichtungen wurden von Hutzinger übers Eck gezogen – Verwirrung und Orientierung. Der simple Eingriff an der Oberfläche des Gebäudes führt dazu, dass der Silo wieder räumlich wahrgenommen wird. Anstatt nur ein hässlicher Punkt im Dorf zu sein, verwandelt er sich in einen Kompass der Größe XXL. Ein Schmunzelmotiv in 58 Meter Höhe.
(Wojciech Czaja)
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