cornelius kolig


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kunst an einer hausfassade in krems-stein



Das Werk von Cornelius Kolig ist von einer kontinuierlichen vielfältigen und komplexen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Befindlichkeiten und Ereignissen geprägt. Immer wieder geht es ihm dabei auch um eine kritische Reflexion politischer Tabus und Ideologien.
"Austrians First" betitelt der Künstler eine von Gernot Schultz 2009 initiierte und im Juli 2010 in der Dr.-Karl-Dorrek-Straße 5 vis-à-vis der Kunsthalle Krems realisierte Installation. Am Ende zweier sechs Meter langer Metallstangen, die von der Wand des Hauses 5, des "Schauraums 35/nullnull" hoch über die Straße hinausragen, befinden sich zwei in Edelstahl designte Vogelnistkästen. Im ersten Moment wirken sie beeindruckend elegant und erfreulich. Doch bei einer eingehenderen Betrachtung finden sich rasch irritierende Aspekte. Zunächst ist es die lärmbehaftete Lage über der Autostraße selbst, die alles andere als ein idealer Standort für derartige Vogelnistkästen ist; weiters sucht man vergeblich nach einer Öffnung, durch die die Vögel in die Gehäuse hineinkommen könnten. Und nicht zuletzt ist es das Metallmaterial selbst, das bei Sonnenlicht im Inneren der verschlossenen Nistkästen zu großer Hitzeentwicklung führt.
Kolig situiert unter anderem mit dieser Fassadeninstallation eine prägnante und einprägsame Symbolik zum gegenwärtigen politisch-gesellschaftlichen Diskurs um Ausländer und deren Bleiberecht: Das designte, wohlhabende Österreich versperrt sich in unmenschlicher Weise gegen Neuankömmlinge, ohne wahrhaben zu wollen, zu welch explosiven Entwicklungen ein derartiges Abschotten im Inneren führen kann.
(Carl Aigner)
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