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rolltreppe im kinderland/alice in wonderland



Am Bildungscampus von Leobendorf mit Volksschule, Hort, Musikschule und Schule für Erwachsenenbildung stehen zwei Rolltreppen auf der Wiese vor den beiden Gebäuden. Sie führen auf den kleinen Hügel und wieder hinunter – und sie stehen still. Normalerweise dienen Rolltreppen zum raschen Transport großer Menschenmengen in Kaufhäusern oder in der U-Bahn. Hier können sie begangen, benutzt und bespielt werden – als Bühne, als Ausgangspunkt für Geschichten, Rollenspiele, Theateraufführungen, Imagination eines Lebens in der Großstadt oder schlicht als Klettergerüst. Sie greifen die Form des Hügels auf und verbinden diesen mit den dahinter liegenden Gebäuden.

Wie Aliens aus der Großstadt sind die beiden Treppen hier gelandet, aber leider bei einigen NutzerInnen des Campus auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen. Das Fremdartige, scheinbar Nutzlose wurde für einige so unerträglich, dass sie die Rolltreppen mit grellbunten Ornamenten "verschönerten", die endlich das vertraute Kindliche vor den Campus zaubern sollten. Obwohl die meisten Menschen, die hier im dörflichen Idyll oft in ihren Einfamilienhäusern mit Gärten und Zaun leben, häufig in der Großstadt Wien arbeiten oder ihre Freizeit dort verbringen, soll die Großstadt nicht in dieser Form der Rolltreppe, deren Funktionalität plötzlich nutzlos geworden ist, das dörfliche Idyll stören. Modernismus, Funktionalismus, Ornamentlosigkeit, schnelle Massenverkehrsmittel: Soll all das hier besser draußen bleiben?
(Hildegund Amanshauser)
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