robert reszner


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form als möglichkeit zum dialog
skulptur beim landespflegeheim gutenstein



Robert Reszner gewann den Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung des Platzes vor dem Landespflegeheim Gutenstein mit einem partizipatorischen Konzept, das einige HeimbewohnerInnen zu künstlerischen Akteuren machte. Als Resultat stehen nun drei überlebensgroße bunte Plastiken aus wasserabweisendem, mit faserverstärktem Spritzkitt und Epoxidharz überzogenem Styropor auf der Rasenfläche vor dem Haus. Es sind Vergrößerungen dreier Objekte, die von BewohnerInnen aus Plastilin gefertigt wurden.

"Form als Möglichkeit zum Dialog" ist der Titel des Projekts, mit dem sich Robert Reszner den großteils demenzkranken Personen im Landespflegeheim widmet. In Zusammenarbeit mit einem ausgebildeten Krankenpfleger führte er mit mehreren HeimbewohnerInnen Gespräche über ihr Leben. Während dieser Gespräche bat Reszner seine Gegenüber, farbiges Plastilin nach ihrem Belieben zu formen. Die dabei entstandenen Objekte sind Form gewordene Erinnerungen, Manifestationen von Empfindungen – teilweise parallel zu Erzählungen entstanden, teilweise anstelle dieser. "Das Faszinierende bei dieser Arbeit ist für mich, dass Erlebtes sich direkt beim Formen umsetzt und die Form durch die Bewohner des Pflegeheimes entsteht. So wird das Pflegeheim zum Zentrum der Formfindung, in der sich eine innere Welt schöpferisch nach außen überträgt", sagt der Künstler. Die Erzählungen wurden schriftlich zusammengefasst und mit den Objekten in einer Vitrine ausgestellt. Aus allen Objekten wählte Robert Reszner drei aus, die er in bis zu zweieinhalb Meter große Außenraumskulpturen aus wettertauglichem und UV-beständigem Material übertragen ließ.

Es ist die erste Arbeit des Bildhauers mit einem partizipatorischen Zugang. Robert Reszners Anspruch bei diesem ist wohlgemerkt ein künstlerischer. Der Vorgang der Formfindung ist dabei gleichzusetzen mit einem Vorgang der Sprachfindung. Es geht darum, unmittelbare Ausdrucksformen für das Unsagbare zu finden. Doch Robert Reszner hat für Gutenstein keinesfalls seine künstlerische Methode geändert. Er ist eine Art Alchemist, der in seinem künstlerischen Werk von der Beschaffenheit des Materials ausgeht, um eine – dieser entsprechenden – ideale Form zu finden. Seine Installationen, räumlichen Interventionen und benutzbaren Objekte erinnern an Versuchsanordnungen. Es sind Ergebnisse prozessualer Vorgänge, denen er das Material aussetzt, indem er unterschiedliche Aggregatzustände erzeugt, verschiedene Komponenten und Elemente mischt. Das sagen bereits Titel wie "Im Holz", "Innere Wasser", "Luftverhältnis" oder "Brutanstalt" aus. In diesem Sinne könnte das Projekt für das Landespflegeheim auch "Dialog als Möglichkeit zur Form" heißen.
(Cornelia Offergeld)
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