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aufforderung zur ungeforderten freiwilligen intersprachlichkeit



In der "Aufforderung" eine "Unaufforderung" zur Freiwilligkeit zu suchen, wie der Titel der Platzgestaltung "Aufforderung zur ungeforderten freiwilligen Intersprachlichkeit" von transparadiso in Pottenhofen vorschlägt, mutet vorerst widersprüchlich an. Im Aufspüren von (baulichen wie gesellschaftlichen) Interferenzen und daraus entwickelbaren Handlungsmodellen steckt jedoch ein wiederkehrendes Gestaltungsprinzip des Kollektivs Barbara Holub und Peter Rajakovics, das sie auch für Pottenhofen zur Anwendung brachten.

Pottenhofen, im nördlichen Weinviertel nahe der tschechischen Grenze gelegen, ist ein kleines Dorf, das durch eine frequentierte Landstraße geteilt ist. Die Straße stellt gewissermaßen eine bauliche Zäsur für Pottenhofen dar. Mit dem Beschluss der Gemeinde, die ehemalige Volkschule zu einem Gemeindezentrum mit Nahversorger und Jugendtreff umzubauen, wollte man in einem weiteren Schritt Künstler_innen mit der Überlegung beauftragen, wie man den zweigeteilten Raum dennoch mit Qualitäten eines Dorfplatzes ausstatteten könnte. Das Gutachtergremium entschied sich für eine Direktvergabe an transparadiso.

"Aufforderung zur ungeforderten freiwilligen Intersprachlichkeit" ist mehrteilig konzipiert und prozessual angelegt. Neben der Erwirkung eines Tempolimits von 30 km/h, einer über die Straße verlaufenden und raumverbindenden Bodenmarkierung, der Pflanzung eines schattenspendenden Baumes sowie der Anbringung einer typisch tschechischen Straßenleuchte ist das zentrale Objekt – ein im Kreis angeordnetes Sitzobjekt – ein Plädoyer für Transnationalität und ein Monument gegen wiederkehrende populistisch eingeforderte Grenzziehungen. Vor allem aber steht die aus einer Metallkonstruktion bestehende Sitz-Tisch-Skulptur für die Potenzialität gemeinschaftlichen Handelns. Das drehbare Sonnendach wurde mit deutschen und tschechischen Wortkreationen versehen, die in einem grenzüberschreitenden Scrabble-Spiel gemeinsam mit Bewohner_innen des Nachbardorfs Brezi in Tschechien vorab erarbeitet bzw. erspielt wurden.
(Maren Richter)
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