media > WIDERSTÄBE
 
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
Foto © Victor Jaschke
 

peter kozek


<

COUNTERPOLES / WIDERSTÄBE



An einem der meistfrequentierten Orte in Baden, dem Josefsplatz, zwischen Arnulf Rainer Museum und der Endstation der Badner Bahn gelegen, wurde Peter Kozeks Arbeit „Counterpoles/Widerstäbe“ auf rund 1300 Quadratmetern errichtet. Kozeks Installation besteht aus 36 Metallstäben, die sich in unterschiedlichen Winkeln aus dem Boden aufrichten. Die Stäbe wirken scheinbar zufällig und unsystematisch auf der Grundfläche verteilt. Der Komposition liegt jedoch ein präzise erdachtes Ordnungsprinzip zugrunde: Kozek hat einen über dem Platz schwebenden Davidstern imaginiert, der zur Badener Synagoge hin ausgerichtet ist. Die schräg im Boden verankerten Stäbe streben auf diesen imaginierten Davidstern zu, das heißt, ihre Verlängerung würde in die Eckpunkte des in zwölf Dreiecke zerlegten Davidsterns münden. Die Stäbe sind schwarz und weiß lackiert, wodurch die räumliche Wirkung der Installation vertieft und dynamisiert wird.
Peter Kozeks Idee einer gedanklichen immerwährenden Aufrichtung zum Stern sowie seiner vorangegangenen symbolischen Zerstörung und Fragmentierung kann von PassantInnen im öffentlichen Raum durchlebt werden. Beim Durchschreiten der Installation setzt sich das Bild durch die Änderung der Perspektive immer wieder neu zusammen. Ein Kreislauf von Gedenken, Nichtvergessen und der Hoffnung auf eine menschlichere Zukunft entsteht. Die Installation ist als offenes Denkfeld konzipiert, das keine fixen Vorstellungen und Richtungen vorgibt, sondern einen Raum für aktiven Diskurs schafft.
In der Stadt Baden war bis 1938 die drittgrößte jüdische Gemeinde Österreichs beheimatet. Parallel zur Vertreibung der jüdischen MitbürgerInnen erfolgte nach dem „Anschluss“ die systematische Verfolgung politischer GegnerInnen sowie jener Personen, die nicht als Teil der „Volksgemeinschaft“ kategorisiert waren. Für die Gemeinde Baden ist daher das Gedenken an alle Opfergruppen des Nationalsozialismus wichtig: Peter Kozek hat zwar den Davidstern als jüdisches Symbol zum Ausgangspunkt für seine Installation gemacht, durch die Abstraktion der Form ermöglicht er jedoch eine universelle Lesart des Mahnmals.
Dem Wettbewerb waren Recherchen einer engagierten Arbeitsgruppe bestehend aus VertreterInnen von Opfergruppen, Religionsgemeinschaften, politischen Parteien und VertreterInnen der Zivilgesellschaft vorausgegangen. Sie hatten unter Einbeziehung der jüdischen Gemeinde der Stadt die Grundlagen für den Wettbewerb geschaffen. Aus dem geladenen Wettbewerb, ausgelobt von der Stadtgemeinde Baden und Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, ging im Jahr 2015 der Entwurf von Peter Kozek als Gewinner hervor.
haben sie sich schon in unsere mailingliste eingetragen?




Für laufende Informationen machen Sie
Ihren Eintrag in die Mailinglist.
Klicken Sie dann für Eintragungen „eintragen“
für Austragungen „austragen“.

www.noe.gv.at/datenschutz