Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
Foto © Julia Pühringer
 

christine & irene hohenbüchler


<

schwemmen



Der Ort, den die Künstlerinnen wählten, befindet sich im Wald mit direktem Blick auf den Edlesberger Teich unweit des Kreuzungspunktes der Wanderwege. Der Edlesberger Teich diente wie andere Teiche in der Umgebung vor allem im 18. Jahrhundert als Schwemmteich für Brennholz, das nach Wien transportiert wurde. Die Schwemmteiche legte man eigens dafür an, um genug Wasser für die Holztrift über die Ysper zur Verfügung zu haben.
Die fließende Form des Objekts verweist auf die ursprüngliche Bedeutung von „schwemmen“, nämlich „schwimmen lassen“. Zwei gebogene Metallbahnen greifen formal die Wogen des Wassers auf und bilden am Kreuzungspunkt einen gemeinsamen Tisch und Sitzmöglichkeiten, die das Gegenüber zu Gesprächen anregen. Die kräftigen, lebendigen Farbstreifen, die die Skulptur prägen, erinnern einerseits an Markisenstoffe, wie sie früher auch für Gartenmöbel verwendet wurden. Andererseits verweisen sie auf Markierungen von Wanderwegen, für die diese Farbkombination so allerdings nicht genutzt wird. Erst bei näherer Betrachtung sieht man an den Metallbahnen ausgestanzte Texteinträge. Diese basieren auf Erzählungen von BewohnerInnen, die die Künstlerinnen beiläufig trafen, sowie auf der Recherche von historischen Fakten. Die Texte, die die BenutzerInnen im Sitzen lesen können, vermitteln allerdings nicht faktische Informationen, wie sie üblicherweise auf Informationstafeln angebracht werden. Vielmehr konzipierten Christine und Irene Hohenbüchler für „Schwemmen“ Texte, die fragmentarisch anmuten. Dieses spezielle literarische Format ist charakteristisch für ihren sehr eigenen Umgang mit Sprache, den die Künstlerinnen im Laufe ihrer langjährigen künstlerischen Arbeit für verschiedene Projekte entwickelt haben. Da die Texte sich dem Faktischen entziehen, offerieren sie Leerstellen für das eigene Nachfragen und sprechen das an, was womöglich fehlt – im persönlichen wie im kollektiven Bewusstsein. Damit eröffnen die Künstlerinnen einen Blick auf lokale Geschichte, die in Vergessenheit zu geraten droht, und rücken diese mit der mittlerweile historischen Praxis des Flößens in das aktuelle Bewusstsein. So wurde z. B. im Dezember 2014 die Flößerei als Kulturform in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Ganz nebenbei erweitern Christine und Irene Hohenbüchler somit also eine Sitzskulptur zu einem „Denkmal“ für das Flößen. So wird das Zusammentreffen von zwei Wegen zu einer „Situation“, die im Sinne der langjährigen Praxis von Christine und Irene Hohenbüchler als Ort zur Aneignung und Reflexion zur Disposition gestellt wird.
(Barbara Holub)

haben sie sich schon in unsere mailingliste eingetragen?




Für laufende Informationen machen Sie
Ihren Eintrag in die Mailinglist.
Klicken Sie dann für Eintragungen „eintragen“
für Austragungen „austragen“.

www.noe.gv.at/datenschutz