martin gostner, STAAT IM VERTRAG<br />das leben mit dem vorentwurf<br />ein beitrag zum jubiläumsjahr
 

martin gostner


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STAAT IM VERTRAG
das leben mit dem vorentwurf
ein beitrag zum jubiläumsjahr



Statement
"Der Sinn eines Wortes ist von der kulturellen Codierung, von unserer Erfahrung, von dessen Stellung im Kontext eines Satzes, eines Textes abhängig. All diesen Grundbedingungen von Sprache als interindividuellem Kommunikationsmedium arbeitet Martin Gostner entgegen. Die serielle Reihung, die enervierende Wiederholung von Begriffen lädt diese einerseits beschwörend auf, entwertet sie aber andererseits – ähnlich der Amnesie, die politische Agitation, Werbung oder die Monotonie eines Rosenkranzes verursachen können. Die Begriffe werden geschichts- und bedeutungslos, in der Wirkung gleichen sie leeren Etiketten, die beliebigen Inhalten aufzukleben sind." (Renate Wiehager)
Mit diesen Worten kommentiert Renate Wiehager Martin Gostners Beitrag zu "Staat im Vertrag". Bezeichnend für viele der Wort-Text-Arbeiten von Martin Gostner ist die Auflösung des bedeutungstragenden Wortes im Gestus der Wiederholung. Ihrem Kontext enthoben, collageartig aneinander gereiht und endlos wiederholt changieren die Worte in Gostners Arbeit zwischen Text und Bild.
Für "Staat im Vertrag" versieht Gostner mit ironischer bürokratischer Geste stellvertretend die Nation mit Aufklebern: Das Wort "Vertrag", geschrieben in heute nicht mehr üblichen Schreibmaschinen-Lettern, referiert bereits über seine Form und Darstellung auf einen bestimmten Inhalt, eine bestimmte biografisch und historisch lesbare Geschichte. Gostners Beitrag arbeitet mit einer Kodierung, die sich einer Generation, die unmittelbar nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages aufgewachsen ist, sofort erschließt.
Das von Gostner gewählte Schriftbild, das Motiv der Etikettierung und die inhaltlichen Aussagen zeigen, wie schon viele Arbeiten zuvor, dass Gostner nicht mit der Nachdrücklichkeit des Begriffes, sondern mit dessen Ablösbarkeit von Sinn und Kontext arbeitet.


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