media > Grafenegg 2017
 
Foto © Woessner
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simon faithfull


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earth-spin no.1: grafenegg, 2017



Auf dem Breitengrad von Grafenegg rotiert die Oberfläche der Erde mit einer Geschwindigkeit von 1108 Kilometer pro Stunde durch das All. Simon Faithfull hat diese Zahl berechnet und im Schlossgraben aus der Erde ausgestochen. Ein Pfeil zeigt nach Osten. Das ist die Richtung, in die sich die Erde dreht. Bei der Ruhe, die man im Park verspüren kann, ist die Geschwindigkeit der Erdrotation kaum vorstellbar. Alles scheint in der vermeintlichen Natürlichkeit des englischen Landschaftsgartens still zu stehen. In diesem Gegensatz erschließt sich die tiefere Bedeutung der Arbeit, in der die menschliche Illusion von Stabilität und Dauerhaftigkeit entlarvt wird.
Simon Faithfull versteht den Planeten Erde als skulpturales Objekt, dessen Grenzen er gemeinsam mit WissenschaftlerInnen und TechnikerInnen beharrlich in unterschiedlichen Medien erforscht. Bei der Arbeit „0°00 Navigation“ ging, kletterte und schwamm er Großbritannien vom Ärmelkanal bis zur Nordsee ab, ohne vom Nullmeridian, dem Bezugspunkt für alle Längengrade, abzuweichen. Komplexe philosophische Reflexionen zu den menschlichen Selbsttäuschungen bricht Faithfull auf einfache Formen herunter. Für die temporäre Intervention "Dance-Floor" installierte er einen zu einem unhörbaren Rhythmus pulsierenden Disco-Leuchtboden in einer Fußgänger-Passage. Sobald man sich dem von unten beleuchteten Tanzboden näherte, verschwand es wie eine Luftspiegelung und die Passanten begannen, an ihrem Wahrnehmungsvermögen zu zweifeln.
(Cornelia Offergeld)



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